Zahlungsanbieter und Zahlungsarten: Warum fehlende Zahlungsmethoden dich Kunden kosten
3. August 2026 · ca. 5 Minuten Lesezeit
Ein Kunde hat sich entschieden, das Produkt liegt im Warenkorb, der Checkout ist fast geschafft, und dann das: Die einzige Zahlungsmethode, die er nutzen möchte, gibt es nicht. Ergebnis: Der Kunde bricht ab und kauft woanders.
Welche Zahlungsarten ein Shop anbietet, hängt in der Praxis vor allem davon ab, mit welchen Zahlungsanbietern er zusammenarbeitet. Mit der folgenden Checkliste prüfst du, ob dein Checkout gut aufgestellt ist, danach geht es um die Auswahl des richtigen Anbieters.
Checkliste: Deckt dein Checkout diese sechs Punkte ab?
PayPal als Zahlungsmethode?
PayPal ist für sehr viele Kunden die bevorzugte Zahlungsmethode. Fehlt sie, wird der Kauf oft komplett abgebrochen statt auf eine andere Methode auszuweichen. So änderst du das: PayPal als eine der gängigen Zahlungsarten fest im Checkout integrieren.
Ratenzahlung oder Rechnungskauf über Klarna?
Gerade bei höherpreisigen Produkten entscheiden sich Kunden häufig für Ratenzahlung. Ohne diese Option bleibt der Warenkorb oft einfach liegen. So änderst du das: Klarna als flexible Zahlungsoption anbieten, für Ratenzahlung und Rechnungskauf gleichermaßen.
Rechnungskauf für Stammkunden?
Manche Zielgruppen, etwa Bestandskunden oder B2B-Käufer, kaufen grundsätzlich lieber auf Rechnung statt in Vorkasse zu gehen. So änderst du das: Rechnungskauf als vertrauensvolle Option ergänzen, besonders für wiederkehrende und geschäftliche Kunden.
Zahlungsmethoden schon vor dem letzten Schritt sichtbar?
Werden Zahlungsmethoden erst im letzten Checkout-Schritt angezeigt, wirkt das wie eine böse Überraschung und führt häufig zum Abbruch. So änderst du das: Verfügbare Zahlungsmethoden schon auf der Produktseite oder im Warenkorb sichtbar machen.
Sichtbare Sicherheitshinweise beim Bezahlen?
Ohne sichtbare Sicherheitssiegel oder bekannte Zahlungslogos zweifeln Kunden kurz vor der Zahlung an der Seriosität des Shops. So änderst du das: Vertraute Zahlungslogos und Sicherheitshinweise direkt im Checkout platzieren.
Checkout in möglichst wenigen Klicks?
Jeder zusätzliche Klick und jedes zusätzliche Formularfeld im Checkout kostet Kunden, die eigentlich schon kaufen wollten. So änderst du das: Den Bezahlvorgang auf so wenige Schritte wie möglich reduzieren.
Und, wie viele Haken konntest du setzen?
Drei oder weniger: Hier bleibt regelmäßig Umsatz im Checkout liegen, oft ohne dass es auffällt, weil abgebrochene Käufe selten eine Nachricht hinterlassen. Vier oder fünf: guter Stand, ein, zwei gezielte Anpassungen reichen meist schon. Alle sechs: Dein Checkout gehört zu den wenigen, die das Thema wirklich durchdacht haben.
Was ein Zahlungsanbieter macht
Ein Zahlungsanbieter, auch Payment Service Provider genannt, wickelt die Zahlungen zwischen Kunde, Shop und Bank ab. Viele Anbieter bündeln dabei mehrere Zahlungsarten in einer einzigen Anbindung, etwa Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay, SEPA-Lastschrift oder Rechnungskauf. Andere, wie PayPal oder Klarna, stehen selbst für eine eigene Zahlungsart, die Kunden gezielt suchen.
Wie stark die Vorlieben ausgeprägt sind, zeigt die Studie „Online-Payment 2025″ des EHI Retail Institute: 2024 wurden in Deutschland 28,5 Prozent des Online-Umsatzes mit PayPal bezahlt und 25,8 Prozent per Kauf auf Rechnung[1]. Und laut Baymard Institute nennen 9 Prozent der Kaufabbrecher zu wenige Zahlungsmöglichkeiten als Grund[2].
In der Praxis kombinieren die meisten Shops deshalb zwei oder drei Zahlungsanbieter, um alle wichtigen Zahlungsarten abzudecken, ohne den Checkout unübersichtlich zu machen.
Worauf du bei der Wahl der Zahlungsanbieter achten solltest
Zahlungsarten im Paket
Welche Zahlungsarten deckt der Anbieter ab, und passen sie zu dem, was deine Zielgruppe tatsächlich nutzen will?
Gebühren
Meist ein Prozentsatz plus Fixbetrag pro Transaktion, manchmal zusätzlich Grundgebühren. Bei vielen kleinen Bestellungen fällt der Fixbetrag besonders ins Gewicht.
Anbindung ans Shopsystem
Gibt es eine fertige Integration für dein Shopsystem, oder muss die Anbindung aufwendig programmiert werden?
Auszahlungsdauer
Wie schnell landet das Geld auf deinem Konto? Für die Liquidität kleiner Shops kann das einen spürbaren Unterschied machen.
Rückbuchungen & Käuferschutz
Wie werden Erstattungen und Rückbuchungen abgewickelt, und wer trägt bei Rechnungskauf das Zahlungsausfallrisiko?
Sicherheit & Datenschutz
Wo werden Zahlungsdaten verarbeitet, und erfüllt der Anbieter die Anforderungen an Datenschutz und sichere Kundenauthentifizierung[3]?
Fehlende Zahlungsarten sind übrigens nur einer von mehreren Gründen, warum Warenkörbe liegen bleiben. Welche anderen Punkte die Conversion Rate im Onlineshop drücken, haben wir separat zusammengestellt.
Unabhängig vom Ergebnis der Checkliste gilt: Ein durchdachter Checkout gehört bei einem eigenen Onlineshop von Anfang an dazu, PayPal, Kreditkarte, Klarna und Rechnungskauf inklusive, abgestimmt auf die jeweilige Zielgruppe.
Häufige Fragen zu Zahlungsanbietern
Welche Zahlungsarten sollte ein Onlineshop in Deutschland mindestens anbieten?
Bewährt haben sich PayPal, Kreditkarte und eine Form des Rechnungskaufs, dazu je nach Zielgruppe Apple Pay oder Google Pay und SEPA-Lastschrift. Entscheidend ist, was deine Kunden tatsächlich nutzen wollen.
Wie viele Zahlungsanbieter braucht ein Shop?
Meist zwei bis drei. Ein Anbieter, der viele Zahlungsarten bündelt, dazu PayPal und gegebenenfalls ein spezialisierter Anbieter für Rechnungs- und Ratenkauf.
Kann ich Zahlungsanbieter später noch wechseln oder ergänzen?
Ja, bei den meisten Shopsystemen lassen sich Anbieter nachträglich ergänzen oder austauschen. Bei einem Wechsel sollten laufende Abos, Erstattungen und gespeicherte Zahlungsdaten vorher geklärt werden.
Quellen
- EHI Retail Institute: Paypal festigt Spitzenposition (Studie Online-Payment 2025): ehi.org/presse/paypal-festigt-spitzenposition
- Baymard Institute: Cart Abandonment Rate Statistics: baymard.com/lists/cart-abandonment-rate
- BaFin: Starke Kundenauthentifizierung: bafin.de/DE/verbraucherinnen-verbraucher/themen-finanzprodukte/konten-zahlungen/zahlungen/starke-kundenauthentifizierung/starke-kundenauthentifizierung_node.html
Alle Online-Quellen zuletzt abgerufen am 29. September 2026.
Wie viele Haken hättest du bei deinem Shop gesetzt?
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